Risikofaktor: synthetische Vitamine
Der Begriff synthetische Vitamine stand und steht noch heute im Kreuzfeuer der Diskussion. Lange Zeit wurde die Existenz von synthetischen Vitaminen von vielen Futtermittelherstellern, Tierärzten und Futterexperten schlichtweg geleugnet. Mittlerweile ist diese ignorante Haltung nicht mehr haltbar und einer Unterscheidung zwischen synthetischen und natürlichen Vitaminen muss zugestimmt werden.
Bitte lesen Sie Grundsätzliches zur unterschiedlichen Wirkungsweise von natürlichen und synthetischen Vitaminen
Hintergrundinformationen zur Produktion von synthetischen Vitaminen
Heutzutage wird das Gros an synthetischen Vitaminen (zwischen 150000 und 200000 Tonnen weltweit jährlich) schon längst nicht mehr wie zu Anfang aus natürlichen Komponenten wie Getreide, Obst und Gemüse gewonnen. Die Industrie bedient sich weitaus kostengünstigerer Quellen.
So hat man es z.B. geschafft durch intensive Genmanipulation das Unkraut 'Gänserauke (Ackerschmalwand)' zu einem ungeahnt günstigen Vit E Produzenten par exellence umzupolen. Dass es in der Natur aber nicht nur diese eine Sorte Vit E gibt, die jetzt zufällig im Labor produziert wird, sondern unzählige Varianten, die für die Vitaminversorgung gedacht sind, scheint hierbei niemanden zu beunruhigen.
Auch die Frage, ob das mithilfe der genmanipulierten Vitaminproduktion hergestellte Produkt nicht noch ungeahnte andere und unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringt, stellt sich anscheinend niemand.
Doch auch andere Methoden der synthetischen Vitaminproduktion sind bekannt. So wird der genmanipulierte Heubazillus (Bacillus subtilis) zu biotechnologischen Gewinnung von Riboflavin (Vitamin B2) eingesetzt und dient Ochsenfroschhaut als Hilfsstoff für die Bereitstellung der Basissubstanz (Pteridine) für die Folsäureproduktion. Auch für die Herstellung von Vitamin B12 kamen und kommen zum grossen Teil noch Biostoffe aus Tierkadavern zum Einsatz.
Seltsamerweise scheint der Stein der Weisen für die Gesunderhaltung von Mensch und Tier statt in einer natürlichen Ernährung in der Mixtur von genmanipulierten Mikroben, Tierkadavern und Pflanzen aus der Retorte zu liegen.
Vit A und Beta-Carotin (Pro Vitamin A)
Der Begriff Vit A umfasst verschiedene chemisch verwandte Zusammensetzungen wie z. B. Retinol, Retinal und Retinsäure, wobei Retinol die biologisch aktivste Form darstellt.
Vit A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und kann in der Leber gespeichert werden.Vit A beeinflusst im Organismus u.a. die Bildung des Sehpurpurs, den Aufbau von Haut und Schleimhäuten, unterstützt aktiv den Knochenstoffwechsel und hat einen entscheidenden Einfluss auf die Fortpflanzungsorgane.
So ist Vit A an der Bildung von Spermazellen und der Regulation des Zyklus der Hündin beteiligt. Unter anderem aufgrund seiner Funktionen innerhalb des Knochenstoffwechsels nimmt Vit A ebenfalls entsch
eidenden Einfluss auf das Wachstum.
Natürlicherweise kommt Vit A in tierischen Nahrungskomponenten wie Leber, Fleisch, Milch, Ei etc. vor. Zudem ist der Organismus des Hundes in der Lage aus den sogenannten Carotinoiden wie z.B. Beta-Carotin im Verdauungstrakt aktives Vit A selbstständig zu synthetisieren. Carotinoide sind in pflanzlichen Futterkomponenten wie Gemüse und Getreide in grossen Mengen enthalten. Aus diesem Grund kann es zu einem ernährungsbedingten Mangel an Beta-Carotin nur schwerlich kommen, womit gleichzeitig, bedingt durch die Fähigkeit des Hundes Beta-Carotin in Vit A umzuwandeln, ein Vit A Mangel beim Hund ebenfalls nicht zu erwarten ist.
Bei selbstzusammengestellten Rationen liegt der Gehalt an natürlichem Vit A in der Regel unter 550 IE/kg i. d. T. S.. Obwohl ein Vit A Mangel nicht zu erwarten ist, sind die heutigen Hundefuttermittel in der Regel mit enorm hohen Konzentrationen an synthetischem Vitamin A angereichert.
Was für Folgen kann eine Pro Vitamin A Überversorgung haben?
In den letzten Jahren hat das Pro Vitamin A Beta-Carotin eine immer grössere Bedeutung im Bereich der industriell hergestellten Hundefuttermittel erhalten. Dies beruht insbesondere auf dem Umstand, dass Beta-Carotin als Antioxidans sprich als Fänger von den mittlerweile in aller Mund geführten 'Freien Radikalen' in hohen Konzentrationen eingesetzt wird.
Finnlandstudie
In der sogenannten Finnlandstudie verabreichte man dreissigtausend Rauchern (Raucher werden im Allgemeinen einer besonders durch Freie Radikale gefährdeten Zielgruppe zugeordnet) täglich 20 mg synthetisches Beta-Carotin, um die Anfälligkeit für Lungenkrebs zu senken.
Resultat der Studie: die Lungenkrebsrate stieg um 18%, die Sterblichkeitsrate um 8%.
Carrey-Studie
Während einer weiteren Studie verabreichte man einer Gruppe von Rauchern und Asbestarbeitern täglich 30mg synthetisches Beta-Carotin und 250000 IE
Vitamin A.
Resultat der Studie: die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da die Anzahl an Lungenkrebsfällen um 28% stieg, die Anzahl an Lungenkrebstoten um 46%.
Wenn man nun bedenkt, dass die Menge an synthetisch zugesetztem Beta-Carotin in der Finnland Studie umgerechnet dem natürlichen Beta-Carotin Gehalt von 30g Möhren i.d.T.S.(120 Gramm in der Frischsubstanz)entspricht, nimmt einem dies geradezu den Atem und man fragt sich unwillkürlich: Vergiften wir unsere Hunde letztendlich selbst im guten Glauben, das Beste zu tun?
Natürliche und synthetische Vitamine sind eben nicht identisch oder wirken auf gleiche Weise im Organismus.
Gerade am Beispiel von Beta-Carotin kann man deutlich erkennen, dass die Natur ein fein ausgeklügeltes System hat, das nicht ohne Gefahr mithilfe der Gentechnologie, einige Mikroben und Kadaverresten imitiert werden kann. Wie könnte ansonsten eine so geringe Menge an Beta-Carotin wie in der Finnland Studie beschrieben derart verheerende Folgen haben?
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