Konservierungsstoffe und Antioxidantien
Die Anzahl der im papageifutter verwendeten Konservierungs-, Lock- und Aromastoffe sowie Antioxidantien ist sehr hoch.
Laut aktuellem EU-Deklarationsrecht sind alle den einzelnen Rohstoffkomponenten und/oder der gesamten Futtermischung zugesetzen Substanzen dieser Art deklarierungspflichtig. Ausgenommen von der Deklarierungspflicht sind lediglich die sogenannten technischen Hilfsstoffe, die der Be- oder Verarbeitung dienen.
Beispiele: Wird bei der Verwendung von Geflügelfett als Antioxidans z.B. Vit E bzw. BHA, BHT etc. direkt dem Fett zugesetzt bevor es mit den anderen Futterkomponenten vermengt wird, muss das Antioxidans deklariert werden. Wird aber z.B. zur Erreichung einer höheren Homogenität des Fettes ein Hilfsstoff z.B. Polysorbat zugesetzt, der die Verarbeitung des Fettes ermöglicht (erleichtert) und bleiben hiervon auch im Endprodukt Abbauprodukte bzw. Restmengen erhalten, so ist dieser Hilfsstoff, 'Unschädlichkeit vorausgesetzt', nicht deklarierungspflichtig.
Konservierungsstoffe
Konservierungsstoffe sind Substanzen, die die Bildung von Bakterien, Schimmel und Mykosen verhindern sollen. Verwendet werden im papageifutter häufig Konservierungsstoffe wie Ameisensäure, Zitronensäure und Kupferverbindungen.
Das Problem an diesen Substanzen ist, dass sie in der Regel die Darmschleimhaut schädigen und den Stoffwechsel als Toxin belasten.
Bedeutung von Kupfer
Eine besondere Stellung nehmen Kupfer und Kupferverbindungen ein. Kupfer gehört zu den deklarierungspflichtigen Substanzen, da es genau wie 'Vit A, Vit D, Vit E, Provitamine und ähnlich wirkende Substanzen' (Zitat Futtermittelrecht) bei Überdosierung schnell zu toxischen Erscheinungen kommen kann, sprich akute Vergiftungsgefahr besteht.
Kupfer gehört zu der Gruppe der Spurenelemente und nimmt innerhalb des Organismus verschiedene Aufgaben war. So ist Kupfer eng mit dem Eisenstoffwechsel verbunden und an der Hämoglobinbildung beteiligt. Kupfer wird ebenfalls innerhalb des Knochenstoffwechsels für die Skelettentwicklung sowie für die Produktion von Melanin (notwendig für die Pigmentierung) benötigt. Als Co-Faktor für das Enzym Superoxiddismutase beteiligt Kupfer sich an der antioxidativen Wirkung und schützt Zellen vor Schäden durch Radikale. In diesem Zusammenhang steht auch seine enge Beziehung zu den Keimdrüsen.
Man hat festgestellt, dass erhöhte Kupferkonzentrationen in der Umgebung die Beweglichkeit der Spermien erheblich einschränken können, fast bis zur vollständigen Unbeweglichkeit. Eine Tatsache, die man sich schon seit Jahrzehnten im Humanbereich zur aktiven Empfängnisverhütung in Form der bekannten Kupferspiralen zu Nutze macht.
Darüber hinaus ist Kupfer in Überdosierung stark zellschädigend bzw. eindeutig zelltoxisch und stellt aus diesem Grund eine Gefahr für Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit dar.
Man fragt sich an dieser Stelle, angesichts der Tatsache, dass bei einem artgerecht zusammengesetzten Futter auf Basis von hohen Futterkomponenten ein Kupfermangel beim Hund nicht zu erwarten ist, warum das Futter trotzdem mit Kupfer angereichert wird oder sogar zur Haltbarkeitsmachung in relativ hohen Dosem Anwendung findet.
Antioxidantien
Antioxidantien werden im Hundefutter eingesetzt, um das Ranzigwerden von Fetten zu verhindern. Weit verbreitet ist heutzutage leider immer noch die Verwendung von BHA (Butylhydroxyanisol), BHT (Butylhydroxytoluol) und Ethoxyquin, obwohl der Einsatz von Ethoxyquin im Hundefutter schon häufig aufgrund seiner möglichen schädigenden Wirkung Anlass zur Diskussion gegeben hat.
Ganz vorne im Rennen liegen mittlerweile die fälschlicherweise als 'natürliche' Antioxidantien' ausgelobten synthetischen Substanzen wie Vit E, Vit C, Beta-Carotin etc., die wie wir im vorherigen Abschnitt aufgezeigt haben, wirklich nichts Natürliches mehr an sich haben.
Über den Mythos der 'Freien Radikalen'
oder Antioxidantien stärken die Immunabwehr und sind insbesondere für papagei im Wachstum notwendig
Der seit einigen Jahren im Humanbereich um sich greifende Mythos der Allheilfunktion von Antioxidantien, den sogenannten 'Freien Radikalen Fängern' ist mittlerweile auch bei der Futtermittelindustrie weit verbreitet. Wird im Humanbereich die Einnahme von synthetischen Vitaminen insbesondere Vit E, Vit C und Beta-Carotin gegen alle erdenklichen Krankheiten vom Schnupfen bis hin zu Krebs proklamiert, so dienen selbige synthetische Vitamine in der Futtermittelbranche dazu, der Tatsache, dass synthetische Zusatzstoffe dem Futter beigemengt werden, ein positives bzw. nützliches Image zu verleihen.
Auf welchen wackeligen Füssen diese Allheilsversprechen stehen, haben wir schon am Beispiel der deutlich gemacht. Aber wodurch ist diese Argumentation eigentlich möglich?
Wirkungsweise von Freien Radikalen und natürlichen Antioxidantien im Organismus
Im Organismus entstehen im Zusammenhang mit Sauerstoff ständig sogenannte 'Freie Radikale', die aufgrund eines fehlenden Atoms sehr agressiv gegen andere Zellen vorgehen, um das ihnen fehlende Teilchen durch Raub zu ersetzen. Freie Radikale werden regulär innerhalb des Immunsystems zur Abwehr von Krankheitserregern und zur Energiegewinnung eingesetzt. Der Organismus setzt als Gegenspieler zu den freien Radikalen natürliche Antioxidantien wie z.B. Vit E, Beta-Carotin oder die Superoxiddismutase ein, die die von den Radikalen verlangte Oxidation (Sauerstoffreaktion)verhindern (anti-oxidans).
Ohne näher auf die biochemischen Geschehnisse einzugehen, bleibt festzustellen, dass das Zusammenspiel von Freien Radikalen und natürlichen Antioxidantien im Organismus nach festen Regeln abläuft und so ein natürliches Gleichgewicht besteht. Auch der vielbeschworenen 'oxidativen Stresssituationen' (Anzahl der Freien Radikalen im Organismus erhöht durch Stress, Umweltverschmutzung etc. und ein relativ geringer Anteil an natürlichen Antioxidantien) weiss sich ein gesunder Körper auf natürlicher Weise zu erwehren.
Dieses natürliche Gleichgewicht zwischen Radikalen und natürlichen Antioxidantien im Organismus kann aber nachhaltig durch die Gabe von synthetischen Antioxidantien wie z.B. synthetischem Vit E, Beta-Carotin oder Vit C gestört werden. Kommt es nur zu einer leichten Überdosierung der Antioxidantien, so führt dies in der Regel dazu, dass das Antioxidans selbst zur Freien Radikalen wird und einen schädigenden Einfluss gegen körpereigene Zellen ausübt. Ein Umstand, der leider selten Beachtung findet, gerade in Anbetracht der hohen Konzentrationen an synthetischen Vitaminen, die aus antioxidativen Zwecken im Hundefutter eingemischt werden.
Ganz davon abgesehen räumen selbst grosse Anhänger der Allheilmitteltheorie ein, dass die Wirkung von aus natürlichen Nahrungsmitteln stammenden Vitaminen bzw. natürlichen Antioxidantien immer deutlicher und nachhaltiger ist als die ihrer synthetischen Gegenspieler, auch wenn über bestehende Gesundheitsrisiken (Raucherstudie) in diesem Zusammenhang kein Wort verloren wird.
Synthetische Antioxidantien
BHA ist ein synthetisches Alkylphenol, das biologisch kaum abbaubar ist und sich vor allem im Fettgewebe anreichert. Als Auslöser von Allergien ist es seit Jahren bereits hinlänglich bekannt.
BHT ist ebenfalls ein synthetisches Erzeugnis, das sich als Stoffwechselgift im Fettgewebe anreichert. In Tierversuchen, die im Rahmen der Lebensmittelüberwachung aufgestellt worden sind, zeigten sich deutliche Veränderungen an Immunsystem, Schilddrüse und Leber.
In der Praxis treten als Reaktion auf BHA und BHT im Futter wie bei den oben beschriebenen synthetischen Zusatzstoffen ebenfalls gehäuft Hauterkrankungen und Verdauungsstörungen aller Art auf.
Hormonelle Dysfunktionen am Beispiel von Vitamin C (Ascorbinsäure)
Jeder gesunde papagei kann seinen Bedarf an Vit C = Ascorbinsäure in der Leber aus Glukose oder Galaktose über den Glukuronatstoffwechsel ausreichend selbstständig bilden und ist darum nicht auf die Zufuhr von Vit C über die Nahrung angewiesen. Vitamin C ist im Organismus an der Bildung von Kollagen beteiligt, das hauptsächlicher Bestandteil von Knochen, Zahn- und Bindegewebe ist. Beim Menschen kann ein Vit C Mangel zu der Erkrankung 'Skorbut' führen, die sich in Form gestörter Knochenbildung, Knochenfehlbildungen, Anämie und Ähnlichem äussert. Kontroversen darüber, ob Vit C trotz der Eigensynthese des Hundes zur Verhütung von HD und anderen Knochenstoffwechselstörungen zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden sollte, bestehen seit langem.
Nach unserer Ansicht stellt der Zusatz im Futter in jedem Fall eine Überdosierung dar und sollte nur in Ausnahmefällen bei Vorliegen von demtentsprechenden Erkrankungen als medizinische Indikation Anwendung finden. Prophylaktische Vit C Gaben zur Verhütung von HD und anderen Knochenstoffwechselentgleisungen, wie in Züchterkreisen beliebt, lehnen wir aufgrund der Gesundheitsrisiken grundsätzlich ab.
Wenn ein Hersteller bei seinem Fertigfutter Vit C in der Analyse ausweist, wird es in der Regel als Antioxidans in hoher Konzentration zur Haltbarkeitsmachung von Fettsäuren beigemengt. Der Organismus des papagei hat, wie bereits beschrieben, ein ausgeklügeltes
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